Bürgernetz-Pfaffenwinkel – Michael Wandinger
Juli 2004
Internet- bzw. Computer-Sicherheit
Leider
kann man derzeit nicht mehr ohne weiteres unbesorgt im Internet
surfen, mailen, chatten usw. Deswegen wollen wir hier einige
grundlegende Informationen über Gefahren im Internet
vermitteln.
Sicherheitsbewußtes Verhalten ist lästig! Der Grund dafür ist, daß hier sich widersprechende Verhaltensweisen aufeinanderprallen:
Je mehr Funktionalität, desto weniger Sicherheit
Je mehr Komfort, desto weniger Sicherheit
Sicherheit kostet (Zeit, Geld, Aufwand, Zusatzprogramme usw.)
=>
Das bedeutet, daß sicherheitsbewußtes Verhalten zunächst
nur scheinbare Nachteile mit sich bringt.
Es muß also jeder
für sich selbst abwägen, wie gefährdet er ist, und
wieviel er gegen Computer-Gefahren tun will, also:.
Wenn ich mein persönliches Risiko abwägen will, und darüber bewußt entscheiden will, was ich zu meiner Sicherheit unternehme, muß ich einiges WISSEN!
Also
werden SIE um eine Entscheidung nicht herumkommen:
1. ENTWEDER
Sie wenden die "Vogel-Strauß-Taktik" an (Kopf in den
Sand stecken, nichts wissen wollen, Gefahren konsequent ignorieren,
sich in trügerischer Sicherheit wähnen, keinen
Aufwand haben wollen, "das kann mir doch nicht passieren",
usw. usw.), Dann aber bitte hinterher, wenn etwas passiert ist, nicht
allzu heftig jammern.
2. ODER Sie informieren sich über
Gefahren der Computernutzung und was Sie dagegen tun können.
Wenn
sie den ersten Weg wählen wollen, können sie jetzt
"beruhigt" dieses Seite verlassen, sie ist nicht für
sie gemacht worden.
Wenn sie den zweiten Weg wählen wollen,
sollten sie weiterlesen!
Dummerweise
gibt es mittlerweile eine fast unüberschaubare Menge von
Gefahren bei der Computernutzung. Trotzdem kann man sich vor allem
mithilfe des wichtigsten Hilfsmittels das wir dazu haben, nämlich
dem "gesunden Menschenverstand" relativ gut
schützen.
Voraussetzung dafür ist:
- Kennen
sie ihre Feinde
- Stellen sie sicher, dass Sie
wissen, was sie tun.
Diesen beiden Themen sind die nächsten Kapitel gewidmet.
Derzeit sind Programme, die unter den obigen Begriffen laufen, die Hauptgefahrenquelle im Internet.
Als Viren werden Programme bezeichnet, die versuchen, sich von Rechner zu Rechner zu verbreiten, sich auf diesen Rechnern abspeichern und unterschiedlichste Schadfunktionen beinhalten, wie Daten löschen, Betriebssystem beschädigen, Rechner abschalten, ungefragt Mails verschicken usw.
Als Würmer werden Programme bezeichnet, die versuchen, sich von Rechner zu Rechner zu verbreiten und im Wesentlichen keine Schadfunktionen beinhalten, außer dem Ressourcenverbrauch, der durch ihre Verbreitung und Vervielfältigung entsteht.
Als Trojaner ("Trojanisches Pferd") werden Programme bezeichnet, die versuchen, sich von Rechner zu Rechner zu verbreiten und auf dem befallenen Rechner versteckte Zugänge öffnen oder Informationen vom befallenen Rechner an Dritte versenden
Als Dialer ("Wählprogramme") werden Programme bezeichnet, die sich meist per "Browser-Download" auf ihrem Rechner installieren, und versuchen ihre Internet-Verbindung nicht über ihren normalen "Provider" herzustellen, sondern über teure 0190-Mehrwert-Dienste-Telefonnummern. Dabei können enorme Kosten entstehen. Dies funktioniert nur über das Telefonnetz (analog oder ISDN), DSL-Benutzer sind hier nicht betroffen.
Alle
diese Programme werden im Folgenden "Schadprogramme"
genannt und können Sie erheblich schädigen. Deswegen ist es
wichtig zu wissen, wie sie sich verbreiten und wie man sich vor ihnen
schützt.
Im Mai 2004 sind weltweit annähernd eintausend
neue Schadprogramme (ohne Dialer) bekannt geworden und haben mehrere
Millionen Computer befallen.
Es gibt schon längst
menügeführte Virenbaukästen, mit deren Hilfe
auch Sie sich ohne weitere Kenntnisse ihren persönlichen,
äußerst wirkungsvollen Virus "zusamenklicken"
könnten.
Moderne Schadprogramme vereinen mittlerweile mehrere
Verbreitungswege und Schadfunktionen in sich, sie sind gleichzeitig
Virus und Trojaner, verbreiten sich über ActiveX, Exploit und
EMail (*)gleichzeitig und die Evolution solcher Programme geht in
einem rasanten Thema weiter.
Diese Bedrohung muß ÄUSSERST
ernst genommen werden!
(*) kleines Glossar am Ende des Artikels ???
Prinzipiell
können sich Schadprogramme über ein Computernetzwerk
oder über Datenträger verbreiten. Während
früher Datenträger der Hauptverbreitungsweg waren, sind es
mittlerweile die Computernetzwerke (weil fast jeder Rechner an
mindestens einem teilnimmt) und bei den Computernetzwerken ist es
natürlich in erster Linie das Internet.
Tipp:
Seinen Sie aber trotzdem genauso vorsichtig, wenn sie aus unbekannter
Quelle ein ausführbares Programm auf Datenträger
bekommen!
Im Internet verbreiten sich Schadprogramme über die
dort vorhandenen oder genutzen Dienste, hierbei sind in erster Linie
Internet-E-Mail (SMTP) und das "World Wide Web" (www, HTTP)
zu nennen.
Die Schadprogramme können aber auch andere Dienste
dazu nutzen, insbesondere alle Dienste, die auf ihrem Computer
ständig aktiv sind.
Und dies sind in der Regel leider eine
ganze Menge, wie man z.B. bei Windows-Computern mit einem Blick in
die “Task-Leiste” feststellen kann.
Damit kommen
wir nun zu einem weiteren wichtigen Fakt:
über 99% aller Schadprogramme sind für Computer geschrieben worden (und damit nur auf diesen lauffähig (= schadfähig)), die unter dem Betriebssystem "Windows" in allen seinen Versionen arbeiten
Gründe:
Über 90% aller Computer im Internet arbeiten unter dem Betriebssystem "Windows", das erleichtert die Verbreitung enorm
Eine ganze Reihe von Diensten und Funktionen, die in der Standardeinstellung schlecht abgesichert sind, sind auf fast allen Windows-Versionen vorhanden und sind damit für die Verbreitung von Schadprogrammen ideal geeignet
Benutzer von Macintosh-, Linux-, Unix- und anderen Betriebssystemen haben also derzeit ein ungleich geringeres Risiko im Internet als Windows-Benutzer, aber sie haben prinzipiell die gleichen Risiken.
E-Mail
hat sich zum beliebtesten Transportmittel für Schadprogramme
aller Art entwickelt. Dabei ist es sehr einfach, dies zu
unterbinden.
Schadprogramme werden entweder als Dateianhänge
zu E-Mails transportiert, oder sie werden über Scriptcode in
HTML-Mails eingebettet.
Maßnahme: Stellen sie ihr Email-Programm so ein, daß sogenannte "aktive Inhalte" keinesfalls ausgeführt werden, und das System immer rückfragt
Maßnahme: Versenden sie keine HTML-Mails, sagen sie ihren Bekannten und Freunden, daß sie keine HTML-Mails wollen, stellen sie in ihrem Mailprogramm ein, daß HTML-Mails nicht als HTML-Mail dargestellt werden sollen, sondern als "nur Text"-Nachrichten.
Maßnahme: Seien sie doppelt so mißtrauisch, wenn sie den Sender der Email nicht kennen, aber auch ein bekannter Sender ist kein Garant für ein unschädliches E-Mail
Maßnahme: Vergewissern sie sich, von
welchem Typ eine an einer E-Mail hängende Datei ist. Seinen sie
bei ausführbaren Dateien ÄUSSERST mißtrauisch oder
löschen
Sie diese generell. Es gibt keinen sinnvollen
Grund, warum ihnen jemand eine ausführbare Datei als
E-Mail-Anhang senden sollte.
Unter Windows werden ausführbare
Dateien immer aufgrund ihrer Dateinamenserweiterung kenntlich
gemacht, das sind die letzten drei Buchstaben hinter dem
Punkt.
Windows hat die Eigenschaft, in der Standardeinstellung
die Dateinamenserweiterung auszublenden. Schalten sie diesen
gefährlichen Unsinn im Windows-Explorer ab: Extras –
Optionen – Reiter Ansicht – Dateien und Ordner –
Häkchen von „Dateinamenerweiterung bei bekannten
Dateitypen ausblenden“ entfernen!
Folgende Dateinamenserweiterung kennzeichnen ausführbare
Programme: *.com, *.pif, *.vbs, *.scr, *.exe
Erhalten sie einen
Dateianhang mit den Dateinamenserweiterungen *.com, *.pif, *.com,
*.vbs, *.scr oder wird gar versucht, mit einer doppelten Dateiendung
die tatsächliche Endung zu verstecken (z. B. *.txt.vbs,
*.jpg.com, "sdfdf.jpg
.exe" oder ähnlichem),
können sie schon sicher sein, eine gefährliche Sendung
erhalten zu haben. Seien sie auch bei Archivdateien (*.zip, *.rar)
sehr vorsichtig beim Öffnen des Archives.
Maßnahme: Gewöhnen sie sich prinzipiell ab, E-Mail-Anhänge per Doppelklick zu öffnen.
Verwenden sie nach Möglichkeit ein anderes Mailprogramm als Outlook. Erstens können auch einfache -Mailviren ihr Outlook-Adressbuch auslesen und sich damit an ihre Freude und Bekannten versenden und Zweitens führt Outlook ActiveX-Skripte aus und kommt noch dazu mit entsprechend unsicheren Standardeinstellungen daher. Wenn sie Outlook verwenden wollen, verwenden sie das Adressbuch nicht, schalten sie wie gesagt unbedingt die Ausführung aktiver Inhalte ab
Wenn
Sie das alles beherzigen, kann ihnen über E-Mail schon nicht
mehr viel passieren.
Dienste, die in der Regel auf
ihrem Windows-Rechner aktiv sind, ohne daß sie sich dessen
bewußt sind:
Das Windows-Netzwerk (die sogenannten NetBIOS-Funktionen)
Die RPC-Funktionen (Remote Procedure Calls)
Das Remote Desktop Protokoll von Windows XP (Fernsteuerung)
Diese
drei Dienste sind Netzwerkdienste und können damit für
Exploits
(Auskundschaftung) genutzt werden
Alle diese Dienste können
sie grundsätzlich abschalten, aber es ist nicht ganz einfach.
Sie sollten sie unbedingt abschalten, wenn sie sie nicht
benötigen (das ist fast immer der Fall)!
Wenn sie im Internet
nur Surfen und E-Mailen wollen, muß auf ihrem Rechner KEIN
EINZIGER Netzwerkdienst laufen. Gelingt es ihnen, alle abzuschalten,
sind sie vor Netzwerk-Exploits nahezu vollständig sicher!
ActiveX (eigentlich Visual Basic Script oder Windows Scripting Host)
Dies
ist kein Netzwerkdienst, sondern eine standardmäßig
installierte Programmiersprache, die auch "aktive Inhalte"
genannt wird. Die besondere Problematik ist, daß ActiveX kein
ausreichendes Sicherheitsmodell beinhaltet. Jedes ActiveX-Programm
wird von ihrem Windows ausgeführt, egal woher es stammt.
Bestenfalls werden sie darauf aufmerksam gemacht, daß der
Urheber des Programmes unbekannt ist. Betrachten sie ActiveX
grundsätzlich als "Teufelszeug". Schalten sie die
Ausführung von Aktiven Inhalten generell ab, denn ab Windows 98
können sie es leider nicht mehr einfach deinstallieren.
Wenn
sie mit dem Browser MS Internet-Explorer arbeiten, laden sie keine
aktiven Inhalte herunter und schalten sie die Ausführung von
aktiven Inhalten generell ab, oder verwenden sie gleich einen anderen
Browser, alle anderen Browser führen standardmäßig
ActiveX-Programme nicht aus.
Download von Programmen aus dem Internet generell
Nun
wird man ja von kostenlosen Download-Angeboten im Internet geradezu
erschlagen. Hinter allen möglichen Links verbergen sich
ActiveX-Scripte, Java-Applets, und jede Menge Setup-Programme, je
zweifelhafter die Site ist, auf der sie gerade surfen um so mehr
solcher "Helferlein" kommen da auf sie zu.
Grundsätzlich
gilt:
- NIEMAND ausser Ihnen selbst hat auf ihrem Computer
irgendetwas zu installieren!
- Diese "Zusatzprogramme"
nützten im Zweifelsfall nur dem Anbieter und nicht ihnen..Sie zu
installieren, ist der beste Weg zu einem angeblich kostenlosen
0190-Dialer-Programm zu kommen. Überlegen Sie sich jeden
einzelnen Click, der ihnen angeboten wird. Der erste kann schon
zuviel sein!
- Wenn sie den Anbieter eines Programmes nicht
kennen, gibt es überhaupt keinen Grund, das Programm zu
installieren!
Viele Shockwave,- Real-, Flash- und sonstigen Intros
und Animationen sind sicher hübsch bunt und nett anzusehen, aber
noch lange kein Grund, unbedingt noch einen neuen Player auf ihrem
System zu installieren, never touch a running
System!
Zusammenfassung
Beherzigen sie die
Ratschläge in diesem Kapitel, haben sie ihre Sicherheit
bezüglich Schadprogramme
um mindestens 90% erhöht.
Alternativ: Gehen sie nicht
unter dem Betriebssystem Windows ins Internet. Dies können sie
z. B. sehr leicht dadurch realisieren, daß sie Linux von einer
Knoppix-CD
starten, sie müssen dazu nicht einmal Linux installieren.
|
|
In der Software ihres Rechners befinden sich
ziemlich sicher tausende Programmierfehler, die dazu führen
können, daß ihre Programme abstürzen, wenn sie mit
falschen oder präparierten Daten aufgerufen werden. Selbst
werden sie das eher selten machen. Kritisch wird es jedoch, wenn
solche Funktionen über ein Netzwerk aufgerufen werden können,
oder über eingeschleuste Schadprogramme. Dabei ist weniger der
Absturz kritisch als die Tatsache, daß sich über einen
solchen Absturz, wenn er sehr geschickt ausgenutzt wird, sich ein
Schadprogramm installieren kann. Man spricht dann von einem
"Exploit". Dies ist dann eine sehr kritische
Sicherheitslücke. Ein über Netzwerk-Exploits
installierbares Virenprogramm verbreitet sich enorm schnell (So
geschehen z. B. durch SQL-Slammer).
Es gibt aber auch die
Variante, daß Funktionen, die einem bekannt sind (weil als
"Feature" vom Hersteller dokumentiert), und von denen man
annimmt, daß sie sowieso da sind, ganz einfach für
Angriffe von Schadprogrammen zu verwenden sind. So wird z. B. nicht
überprüft, ob das Schadprogramm überhaupt berechtigt
ist, diese Funktion zu
nutzen. Und dummerweise ist das jetzt die häufigste Art von
Sicherheitslücke, da eine Programmiersprache, die gut
dokumentiert, und fast überall installiert ist, solche
Funktionen fürchterlich einfach zur Verfügung stellt, weil
auf den meisten Systemen mit dieser Programmiersprache keine
Authorisierung
vorhanden ist.
Die Rede ist von ActiveX (oder
besser Visual Basic Script oder Windows Scripting Host (ist nicht
ganz dasselbe) unter Windows 9x.
Da stellt sich dem geneigten
Schadprogramm-Programmierer in der Tat die Frage, warum er nicht VBS
verwendet, wenn er einen sehr wirkungsvollen Schädling mit
rudimentärem Programmierwissen und wenigen Stunden Zeitaufwand
herstellen kann. So geschehen mit dem "I love you"- Virus,
der bestand aus wenigen dutzend Zeilen VBS-Code und verbreitete sich
in 2 Tagen auf mehreren Millionen Windows-Computern.
Das ging nur
deshalb so einfach, weil er dafür die fast überall
vorhandenen Funktionen der Windows-Registry, dem
Outlook-Email-Programm, das überall installierte VB-Script und
die unglaubliche Neugier der Email-Leser ("I love you")
nutzte.
Daß es auch anders geht, demonstrierte schon vor
langem der Anbieter SUN Microsystems mit seiner allseits bekannten
Programmiersprache JAVA.
In diese Sprache ist von vorneherein ein
Sicherheitskonzept eingebaut, die sogenannte "Sandbox"
(Sandspielkasten). Ein Java-Programm aus dem Internet darf auf ihrem
Computer erst mal gar nichts, wenn sie es ihm nicht erlauben, das
heißt, es darf nicht von ihrer Festplatte lesen und nichts
darauf abspeichern, es darf keine Netzwerkverbindungen öffnen
und dergleichen mehr, es darf lediglich Anzeigen auf ihren Bildschirm
ausgeben. Sie können Java-Programme also in dieser Hinsicht mit
etwas anderen Augen sehen, Vorsicht ist aber auch hier angebracht.
Eine
beliebte Spielwiese für Fieslinge im Internet sind
Denial-of-Service Angriffe ("einen Dienst sabotieren").
Davon
können sie in zwei Varianten betroffen sein:
Sie werden mit DoS angegriffen:
Ihr Computer
wird mit verschiedensten Datenpaketen "beschossen", was
entweder dazu führt, daß er unvermittelt abstürzt
(z. B. der berüchtigte "Ping of Death für Windows
95". Oder das Netzwerk, in dem Sie sich befinden wird
lahmgelegt, oder ihr Rechner wird blockiert.
Das ist alles nicht
schön, aber mehr kann nicht passieren
Ihr Computer wird für DDoS-Angriffe
verwendet:
Das merken sie oft gar nicht. Dabei wurde ihr Computer
oft schon viel früher meist durch ein Trojaner-Programm
"geknackt". Nun wird er von jemanden, der den Angriff
dirigiert, ferngesteuert. Im Jahre 2000 wurden auf diese Art und
Weise mehrere 10.000 Computer für Angriffe auf die Firma Amazon
genutzt, und seitdem nimmt das stark zu. Besonders unangenehm ist
dabei, daß Trojaner-Programme oft auch noch versuchen, ihre
privaten Daten (z. B.Kreditkartennummer) zu stehlen oder über
ihren Rechner Spam-Mails
verschicken.
Im
Vergleich zu den sonstigen Gefahren, die hier beschrieben werden,
kann Spam als "lästiges Übel" angesprochen
werden. Unter Spam werden unverlangt zugesendete Werbe-Emails
verstanden, sie kosten Zeit beim Download ihrer Post, sie müssen
sie herausfiltern und löschen, mehr schaden sie nicht.
Allerdings ist ihre Menge mittlerweile gewaltig und es fast schon als
häufig zu bezeichnen, daß man pro Tag bis oder mehr als
100 Spam-Mails in seinem Postfach vorfindet.
Schutz:
Auf
keinem Fall die eigene Email-Adresse veröffentlichen! Dies tut
man vor allem auf den eigenen Internet-Seiten in Form von
"mailto:<meine.Adresse@meine.domain>" - HTML-Links
oder indem man News an öffentliche News-Groups verschickt. Wenn
es schon passiert ist, die Mailadresse ändern.
Computernetzwerke
sind immer gemeinsam genutzte Medien. Das bedeutet, daß jeder
an einem Netzwerk angeschlossene Rechner den Datenverkehr auf dem
Netzwerk zumindest teilweise abhören kann. Die dazu nötigen
Programme sind längst Allgemeingut und komfortabel zu bedienen.
Wähnen sie sich also nicht unbeobachtet bei dem, was sie so über
das Netzwerk schicken!
Wenn zufällig ihr Name, ihre Adresse
und ihre Kreditkartennummer im Internet abgehört werden, kann
der Lauscher für etliche zehntausend Euro damit einkaufen gehen,
bevor sie das merken!
Sehen sie sich einmal an, wie ihre
Datenpakete im Internet "herumlaufen". Öffnen sie
hierzu eine "MS-DOS-Eingabeaufforderung" und geben sie
"tracert <einenbeliebigen.internet.rechner>" ein, sie
sehen dann den Weg, den ihr Datenpaket nimmt und werden sich wundern,
wo das überall herumläuft. Auf dem gesamten Weg hin und
zurück können ihre Daten abgehört werden.
Der
einzige Schutz vor Abhörung ist die Nutzung von verschlüsselten
Verbindungen und -Protokollen, wenn sie wichtige oder geheime oder
private Daten verschicken!
Das heißt, daß sie
Benutzernamen, Passwörter, Kreditkartennummern, ihre Anschrift,
On-Line-Banking grundsätzlich nur mit verschlüsselten
Protokollen durchführen
sollen!
Wenn sie nun sichergehen wollen, daß außer dem
Empfänger niemand ihre E-Mails und Dokumente lesen kann, müssen
sie Verschlüsselungsanwendungen wie X.509
und PGP
nutzen.
Die
allererste und wichtigste Abwehrmaßnahme ist eine
gesunde Vorsicht bzw. ein gesundes Mißtrauen.
Immer dann, wenn ihnen irgendetwas seltsam vorkommt, jemand den sie
nicht kennen, ihnen irgendetwas schickt oder etwas von ihnen wissen
will, vor allem wenn es private Daten sind, sollten sie erst mal ganz
langsam und vorsichtig werden! Erst Denken, dann Handeln...
Die
zweitwichtigste Abwehrmaßnahme ist:
Komplexität verringern!
Schalten
sie alles ab, was sie nicht unbedingt brauchen,
Löschen sie
Programme, die sie nicht brauchen,
Verwenden sie so wenige
Funktionen wie möglich,
Verwenden sie nach Möglichkeit
nur Funktionen, die sie auch verstehen.
Erst wenn sie diese
Ratschläge beherzigen, denken sie über technische
Schutzfunktionen nach, die im Folgenden beschrieben sind, die sind
nämlich erst dann richtig wirkungsvoll, wenn sie sich so
verhalten, wie gerade beschrieben
Unter
Verschlüsselung versteht man, Daten durch eine mathematische
Rechenvorschrift vor dem Versand unkenntlich zu machen.
Keine
Verschlüsselung ist gänzlich sicher und für viele
Verschlüsselungen müssen vorher Vorbereitungen getroffen
werden, meist die Verbreitung von digitalen "Schlüsseln"
oder Signaturen über sichere Wege an ihre Datenaustauschpartner.
Deswegen sind Verschlüsselungen entsprechend unbeliebt und
vor allem durch Nicht-Fachleute sehr selten genutzt.
Allgemein
kann man sagen, daß alle relativ sicheren
Verschlüsselungsverfahren über ein "gemeinsames
Geheimnis" funktionieren.
Schlüssel
In
der Regel ist das gemeinsame Geheimnis ein digitaler "Schlüssel".
Nun wäre es ziemlich schwierig einen solchen digitalen Schlüssel
über längere Zeit geheim zu halten, denn die
Verschlüsselung, die der Schlüssel zur Verfügung
stellt, ist nur dann sicher vor anderen, wenn ihn nur Sender und
Empfänger kennen.
Vor allem will man ja den Schlüssel
austauschen können, ohne daß man sich dazu persönlich
treffen muß, also meistens über das Internet, und das
geht, wie wir wissen, eben nicht so ohne weiteres Geheim...
Deswegen
haben sich die Forscher ein etwas komplizierteres System ausdenken
müssen:
Dabei wird nicht nur ein Schlüssel erzeugt,
sondern ein Schlüsselpaar, daß zusammenpaßt.
Ein
Schlüssel wird der geheime genannt und einer der öffentliche.
Der geheime bleibt logischerweise geheim und dient zum entschlüsseln,
er sollte also den eigenen Rechner nicht verlassen, oder noch besser,
gar nicht auf einem Rechner gespeichert sein, sondern z. b. auf einer
Chipkarte (Smartcard).
Der öffentliche Schlüssel soll
natürlich verbreitet werden und darf jedermann bekannt sein. Er
dient zum Verschlüsseln.
Der Clou dieses Verfahrens liegt
nun darin, daß Daten (Emails, Dokumente usw.), die mit einem
öffentlichen Schlüssel "verschlüsselt"
wurden, nur von genau einem geheimen Schlüssel
wieder entschlüsselt werden können, nämlich von dem
dazu passenden Schlüssel.
Hat man solche Schlüsselpaare,
muß man nur noch drei Probleme lösen:
Wie kommt der öffentliche Schlüssel zu einem Sender von Daten?
Wie kann der Sender sicher sein, daß der Schlüssel wirklich von demjenigen kommt, an den er senden will?
Wie kann man ein Schlüsselpaar wieder "einziehen", wenn der geheime Empfängerschlüssel unglücklicherweise doch bekannt geworden ist?
Es
haben sich für dieses Verfahren vor allem zwei Standards
verbreitet:
Zertifikate (X.509-Standard) oder
"Pretty-Good-Privacy" (PGP)
Diese beiden
Standards unterscheiden sich fundamental:
X.509
arbeitet nicht nur mit Schlüsselpaaren, sondern mit signierten
Schlüsseln, sogenannten Zertifikaten.
Bei X.509 wird
versucht, durch eine Hierarchie öffentlich bekannter Firmen, die
für die Echtheit ihrer Zertifikate bürgen, ein quasi
absolut authentisches und damit sicheres Ausweissystem im Internet zu
installieren. Das ausgestellte Zertifikat funktioniert dabei ähnlich
wie ihr Personalausweis, es wird ständig hergezeigt. Die
Signatur der Zertifikats-Authority dient dabei als Beglaubigung ihrer
Identität, da sie sich in der Regel persönlich ausweisen
müssen, um ein Zertifikat zu erhalten.
Sie können
X.509-Zertifikate für Email nutzen (S-MIME), das ist in
den gängigen E-Mail-Programmen integriert, oder sie
verschlüsseln Dateien mit den in den Zertifikaten enthaltenen
Schlüsseln.
Das Zertifikat muß für die Nutzung
natürlich auf ihrem Computer so gespeichert sein, daß es
von jedem Programm, daß es verwenden soll (Email und Browser)
gelesen werden kann. Verlieren sie ihr Zertifikat, weil ihre
Festplatte kaputt geht, und sie keine Datensicherung haben, pech
gehabt. Fällt ihr Zertifikat jemand anders in die Hände,
weil sie nicht darauf aufgepaßt haben, kann er sich als Sie
ausweisen und Schaden anrichten, also hüten sie ihr
Zertifikat!
So weit, so gut, aber das ganze hat seinen Preis,
nämlich das Zertifikat und dieser Preis dafür beginnt meist
bei 50 Euro pro Jahr und endet oft erst bei über 1.000 Euro pro
Jahr. Das bedeutet, das Privatpersonen oder Non-Profit-Organisationen
sich diese Zertifikate in der Regel nicht leisten.
Hier setzt nun
PGP an:
PGP kennt
keine zentralen und öffentlichen "Ausweisbehörden",
deshalb ist seine Nutzung kostenlos. Das heißt, die Nutzung ist
nur deshalb kostenlos, weil der Erfinder von PGP, Dr. Phil Zimmermann
so freundlich war, es kostenlos (als OpenSource-Programm) der
Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen.
Er wäre deswegen
beinahe im Gefängnis gelandet, denn in seinem Heimatland, den
USA ist es mittlerweile verboten, eine Verschlüsselungstechnik
weltweit zu exportieren.
Aber zurück zu PGP...
Bei PGP
müssen sie persönlich sicherstellen, daß der
öffentliche Schlüssel tatsächlich von demjenigen
stammt, den sie erreichen wollen. Im einfachsten Fall telefonieren
sie mit ihrem "Verschlüsselungs"-Partner und lesen
sich gegenseitig die Quersummen ihrer Schlüssel vor, die
sogenannten "Fingerprints".
Um sie nicht gänzlich
von Verschlüsselung abzuschrecken: Es gibt auch
Verschlüsselungen, die ohne solche Vorbereitungen funktionieren,
wir nennen sie im Folgenden "Ad-Hoc-Verschlüsselungen",
sie sind aber weniger sicher.
Hier sind vor allem die
Netzwerkprotokolle SSL, TLS und SSH zu nennen (siehe nächstes
Kapitel).
Verschlüsselungsprotokolle
wurden vor allem entwickelt, als sich die Nutzung des Internet
verbreitet hat. Dies mit gutem Grund, das Internet ist ein anonymes
Netz, in dem viele Millionen Menschen teilnehmen, ohne sich ausweisen
zu müssen. Wie Eingangs gesagt, sind Computernetzwerke gemeinsam
genutzte Medien, bei denen potentiell jeder Teilnehmer alles mithören
kann. Es ist mittlerweile unglaublich einfach geworden, an einem
Computernetzwerk mitzuhören, dafür gibt es phantastische
Programme!
Alle Dienste, die sie für gewöhnlich im
Internet nutzten, sind dummerweise unverschlüsselt.
Beispiele:
Email (smtp, pop, imap), WWW (d. h. http), ftp,
gopher, telnet
Um nun den Lauschern den Spaß zu verderben
und ihre Sicherheit zu erhöhen, gibt es die folgenden
Ad-Hoc-Verschlüsselungsprotokolle.
Das
bekannteste ist sicher SSL (Secure Socket Layer) oder auch HTTPS
genannt. Sie verwenden es mithilfe ihres Internet-Browsers. Meist
gibt es dort ein Icon, daß ein offenes oder geschlosses
Vorhängeschloß darstellt. Ist es offen, wird das
unverschlüsselte Protokoll (http) verwendet, ist es geschlossen,
wird das verschlüsselte Protokoll (https) verwendet. Beim
Wechsel von einem Protokoll zum anderen kriegen sie von ihrem Browser
darüber eine Mitteilung. Sie sehen das Protokoll auch im
Adressfeld ihres Browsers, es sind die ersten 4 bzw. 5 Buchstaben der
Adresse, danach folgen die Zeichen "://"
Sie sollten
sich unbedingt davor hüten, wichtige, persönliche oder
geheime Daten wie Benutzernamen, Passwörter,
Kreditkartennummern, Adresse, PIN- und TAN-Nummern für
Onlinebanking in ihrem Browser einzugeben, wenn kein HTTPS verwendet
wird. Verlangt ein www-Anbieter so etwas von ihnen, ist er entweder
fürchterlich naiv, dumm, oder er führt böses im
Schilde.
Das HTTPS-Protokoll enthält ein weiteres
Schutzinstrument: Wird eine HTTPS-Verbindung gestartet, schickt der
Webserver aus dem Internet ihnen ein Zertifikat nach dem
X.509-Standard. Dieses Zertifikat läßt sich in der Regel
überprüfen, bzw. ihr Browser überprüft es für
sie.
Kann das Zertifikat von ihrem Browser nicht überprüft
werden, ist entweder ihr Browser zu alt oder das Zertifikat nicht bei
einer offiziellen Zertifikat-Authority hinterlegt. Das kann auch
Kostengründe haben. In einem solchen Fall kann das Zertifikat
aber auch gefälscht sein. Sie sind dann nicht sicher, mit wem
sie Daten austauschen.
steht für
"Transport Layer Security" und ist nichts anderes als ein
SSL-Protokoll, daß sie auch außerhalb des Browsers
verwenden können.
Alles unter SSL gesagte gilt deshalb auch
für TLS. Es wird typischerweise verwendet, um die
unverschlüsselten E-Mail-Protokolle zu verschlüsseln.
Meist
wird das in den E-Mail-Programmen als "sicheres Abholen"
oder "sicheres Versenden" angesprochen.
Der
Haupt-Nutzeffekt für sie ist, daß ihr Benutzername und ihr
Passwort nicht mehr unverschlüsselt über das Internet
gesendet werden, ein Einbruch in ihre Postfächer wird damit sehr
unwahrscheinlich.
Eigentlich ist SSH oder die "Secure Shell" ein Terminalprogramm und damit ein sicherer Ersatz für "telnet". Mit SSH wird aber auch ein verschlüsseltes Netzwerkprotokoll bezeichnet, daß Dateien hin- und herkopieren kann, nämlich scp oder "Secure Copy". SCP ist damit der sichere Ersatz für ftp (File Transfer Protocol). Verwenden sie wo es geht SCP anstelle von FTP. Hier haben sie den Nutzeffekt, daß ihre Daten und ihr Benutzername/Passwort nicht unverschlüsselt über das Internet laufen.
Unter
Authentifizierung versteht man, daß man sich um einen Dienst zu
nutzen, zunächst Ausweisen muß, also seine Identität
belegen muß.
Dies geschieht in der Regel durch Preisgabe
eines vorher vereinbarten Benutzernamens (Login, Account) und dem
dazu passenden Passwort.
Ein weiteres mittlerweile etabliertes
Verfahren ist die Verwendung einer sogenannten "Smartcard"
oder "Chipkarte", auf der meist ein Zertifikat des
Benutzers gespeichert ist.
Haupt-Gefahren bei der
Authentifizierung:
Man vereinbart Benutzernamen und Passwort über einen unsicheren Weg (z. b. unverschlüsselt über das Internet) und sie werden abgehört
Man weist sich gegenüber dem Falschen aus
Man schickt Benutzername und Passwort unverschlüsselt über das Netzwerk, wenn man sich authentifiziert und wird dann abgehört
Man plaudert gern und oft Benutzername und Passwort aus (Das dringendste Bedürfnis mancher Zeitgenossen scheint es zu sein, einem "Helfer" als erstes das Passwort mitzuteilen).
Unter
Authentizität versteht man eine Überprüfung, daß
eine Nachricht oder eine Datei oder ein Dokument tatsächlich von
einem bestimmten Absender stammt und nicht verfälscht worden
ist.
Integrität bedeutet, daß Nachrichten oder Daten
nicht beschädigt worden sind.
Beides wird im Computerbereich
in der Regel durch digitale "Signaturen"
sichergestellt.
Diese Funktionen brauchen sie in der Regel erst,
wenn sie wichtige oder vertrauliche Dokumente über Computernetze
verschicken.
Unter
Authorisierung versteht man, daß man als Computerbenutzer für
bestimmte Funktionen berechtigt wird und berechtigt ist.
Die
grundlegenden Voraussetzungen für Authorisierung sind zunächst
eine Benutzerverwaltung und eine Berechtigungsverwaltung. Diese
Funktionen müssen in der Regel im "Betriebssystem"
ihres Computers vorhanden sein. Schlecht ist es vor allem, wenn ihr
Betriebssystem solche Funktionen nicht kennt. Dies trifft für
die Betriebssysteme DOS, Windows 3.x, Windows 95,-98, -Millenium
Edition (ME) und MacOS Versionen vor 10.x zu.
Nutzen sie ein
solches System, können sie sicher sein, daß ein
Schadprogramm ALLES, aber auch ALLES mit ihrem Computer und ihren
Daten anstellen kann.
Einziger Schutz: Wechseln sie auf ein
Betriebssystem, daß solche Funktionen besitzt (Windows NT,
Windows 2000, Windows XP, Unix, Linux, MacOS X) und arbeiten sie auf
keinem Fall unter einem Benutzer, der Systemverwaltungsrechte besitzt
(Superuser, Administrator, root usw.), sonst können Sie sich das
auch sparen...
Unter
einer Firewall versteht man entweder einen Firewall-Rechner (als
Privatleute haben wir so was meist nicht) oder ein Firewall-Programm,
daß bestimmte Computer-Netzwerkverbindungen blockieren kann.
Seit der massenhaften Verbreitung von DSL und WLAN gibt es eine
weitere Variante: in ihrem DSL- der WLAN-Router werkelt ein
Firewall-Programm (meist auf Basis von Linux –
iptables).
Grundsätzlich gilt:
Es ist besser, nur die
Netzwerkverbindungen einzuschalten, die sie unbedingt benötigen,
als alle möglichen Netzwerkverbindungen bzw. Dienste
einzuschalten und sie dann durch eine Firewall zu blockieren. Dabei
macht man nämlich gerne Fehler. Außerdem ist das oft sehr
aufwändig.
Das bedeutet, daß sie in der Regel keine
Firewall brauchen, aber sich dann, wenn sie keine verwenden, genau
anschauen müssen, was auf ihrem Computer so alles automatisch
läuft!
Firewalls helfen eigentlich nur gegen zwei Arten von
Angriffen, aber gegen die sehr gut:
DoS
und Netzwerk-Exploits,
vor allen anderen Angriffen schützen sie nicht!
Das ist ein
magerer Schutz für den Aufwand und das Wissen, daß man
dafür investieren muß....
Jede Firewall-Variante hat ein Administrations-Interface, oft Browser-basiert (im Falle ihrer DSL- oder WLAN-Router). Getreu dem Grundsatz, nur unbedingt benötigte Dienste freizuschalten, werden hier Regeln definiert, die sich meist auf einen Verbindung-Port beziehen (InternetProtocol-Port), da bestimmte Dienste immer an demselben IP-Port auf Verbindungen warten. Der Name des Ports ist meist der des Dienstes (z. B. ftp, http, https, smtp (für Email), pop3). Detailliertere Anleitungen entnehmen sie bitte den Anleitungen ihres Firewall-Programmes, das würde hier zuweit führen.
Benutzen sie ein Computersystem, für das eine Menge Schadprogramme existieren, sollten sie natürlich auch ein Schutzprogramm gegen Schadprogramme benutzen. Mit anderen Worten: Benutzen sie einen Windows-Rechner, sollten sie ein Virenschutz-Programm benutzen!
Ein modernes Virenschutz-Programm erkennt ganz entgegen seinen Namen auch andere Arten von Schadprogrammen.
In der Regel kann ihre Virenscan-Programm ein bereits installiertes Schadprogramm auch wieder entfernen
Wenn sie ein Virenschutz-Programm benutzen,
müssen sie seine Suchfunktion auch dauernd aktuell halten,
sonst sind sie nicht gegen neu auftretende Schadprogramme gschützt!
Hierzu ein Beispiel:
Aktuelle und gut programmierte
Schadprogramme verbreiten sich im Internet derzeit in wenigen
Stunden rund um die Welt
Die Virenschutz-Programmhersteller
schaffen es oft, innerhalb weniger Stunden ihre Suchfunktionen für
ein neues Schadprogramm zu aktualisieren.
Sie müssen die
Aktualisierung ihrer Suchfunktion vornehmen, bevor sie das
Schadprogramm erwischt. Das geht nur, wenn sie mit dem Internet
verbunden sind.
Hoffentlich stellt ihr Virenschutz-Programm-Hersteller auch Aktualisierungen bereit, bei sehr alten Versionen tut er das oft nicht mehr, oder der Hersteller geht pleite, dann ist es vorbei mit dem Schutz
Gelingt das alles, sind sie einigermaßen vor Schadprogrammen geschützt.
Aber auch nur dann, wenn sie das Schadprogramm auf Grund von Unvorsicht nicht schneller starten oder installieren, als ihr Virenscan-Programm es finden kann.
Es gibt Schadprogramme, die verhindern, daß sie sich mit dem Internet verbinden, und ihre Suchfunktion aktualisieren können.
Es gibt mittlerweile Schadprogramme (Phatbot), die nicht sicher von Virenschutzprogrammen erkannt werden
Überschätzen sie wegen dem vorneweg gesagten nicht die Schutzwirkung ihres Virenschutzprogrammes!
Wenn sie kein Virenschutzprogramm verwenden, sind sie gar nicht vor Schadprogrammen geschützt, sie merken unter Umständen nicht einmal, daß ein Schadprogramm bereits seit Monaten auf ihrem Computer sein Unwesen treibt....
Jedes
Computersystem enthält Sicherheitslücken und
Programmierfehler, vermutlich sind es tausende.
Je mehr
Funktionen ihr Computersystem besitzt (also je komfortabler es ist),
desto mehr solcher Probleme enthält es.
Je aktueller ihr
Computersystem ist, desto mehr gehört es zu dieser
Kategorie
Besitzen sie ein älteres Computersystem, werden sie
oft keine Patches (s.u.) mehr erhalten, oder die Patches erst sehr
spät erhalten,
Sie sitzen also in jedem Fall in der Falle,
ob ihr System nun alt oder neu ist. Entweder Sie brauchen besonders
viele Patches oder sie kriegen gar keine mehr oder viel zu spät.
Aus dieser "Patchfalle" kommen sie nur mit zwei
Varianten raus:
Sie verwenden ein System, daß so alt oder so unbekannt oder so
wenig verbreitet ist, daß kein Hacker der Welt dafür
Schadprogramme programmiert, dann brauchen sie keine Patches
In
dem Fall werden sie keine oder keine aktuellen Programme für
ihr System bekommen und es wohl kaum nutzen können (diese
Möglichkeit fällt also fast aus)
Sie verwenden ein System, das von Grund auf
sicher konstruiert wurde. Da gibt es mindestens eines, daß dem
sehr nahe kommt: OpenBSD.
Allerdings ist der Weg dahin, es zu nutzen, steinig. Dafür
ist es aber kostenlos....
Für alle anderen gilt:
Die Sicherheits-Probleme ihres Systems können erst behoben werden, wenn sie bekannt werden.
Bekannt werden Sicherheitslücken und Programmierfehler in der Regel erst, wenn sie durch Schadprogramme ausgenutzt wurden.
Die Behebung solcher Probleme benötigt Zeit, die Verbreitung und Installation der dafür notwendigen "Patches" (=Flicken) noch mehr.
In der Regel werden Sie Patches nur dann (rechtzeitig) installieren, wenn das fast oder ganz automatisch vor sich geht.
Bei der Installation eines Patches kann auf ihrem Computersystem immer einiges schief gehen
Ich will ihnen das Patchen nicht ausreden. Wenn Sie können, sollten Sie ihr System auf jeden Fall patchen. Aber seien Sie sich bewußt, daß von allen Maßnahmen, die Sie treffen können, diese Maßnahme diejenige ist, die sie am wenigsten schützen wird, denn das Patchen kommt immer zu spät. Der Name trifft es ziemlich gut, ein Patch ist nur ein "Flicken".
Wenn Sie gar nicht patchen, sind Sie noch schlechter dran....
Betreiben sie einen Computer als Server-Rechner im Internet, patchen sie soviel und sooft sie können, denn einen anderen Schutz haben sie nicht.
![]()
v
|
Versuch
eines Fazits
Entscheiden, wem sie da nun glauben wollen, müssen sie letztendlich selbst.... |