Jahrelang galt Linux als Hacker - Betriebssystem für Freaks, danach
als ernstzunehmende Serverplattform.
Spätestens seit 2001 muß man hinzufügen, es ist auch ein
gutes Arbeitsplatzsystem!
Diese Behauptung kann man durch die Fortschritte in folgenden Bereichen vertreten:
| Star Office
von SUN
|
Dieses Paket glänzt durch weitestgehende MS-Office-Kompatibilität,
was Dateifilter und auch Bedienung anbelangt. als OpenSource-Version auch
unter OpenOffice
zu finden |
| KOffice
|
enthält eine große Anzahl mittlerweile ausgereifter
KDE-Programme |
| Gnome-Office
|
Das GNOME-Gegenstück von KOffice steht diesem
in nichts nach, insbesondere sind "abiword" und "gnumeric" hervorzuheben:
MS Word und MS Excel-Umsteiger werden sich (fast) wie zuhause fühlen... |
Die nächste Funktion, die Wandlung diverser Audio-Formate ins
MP3-Format enthält da allerdings eine kleine Hürde:
nachdem der MP3-Algorithmus vom Frauenhofer-Institut entwickelt wurde,
existieren hier Patente. Deshalb können MP3-Encoder nicht mit den Distributionen
mitgeliefert werden. Es existieren aber auch hier eine Reihe freier Implementationen,
die leicht im Internet erhältlich sind: LAME, Blade Encoder, ...
Aus patentrechtlichen Gründen sind hier die Quelltexte downzuladen
und zu kompilieren. Dies läuft nahezu automatisch ab.
CD-Brenner-Unterstützung:
Supportet werden alle SCSI- und ATAPI-Brenner mit dem standardisierten
mmc3-Befehlssatz. Das dürften alle Brenner ab 4X aufwärts sein.
Es gibt dabei wieder einen kleinen Haken: Linux emuliert bei ATAPI-Brennern
intern einen SCSI-Brenner und deshalb muß das SCSI-Emulation-Kernel-Modul
geladen werden.
CD-Brenn-Programme: KreateCD, KonCD (KDE), xcdroast, sind allesamt
grafische Oberflächen, die auf "cdrecord" aufsetzen
Oder sie verwenden gleich die Kommandozeile:
"cdrecord -v speed=4 dev=0,x,0 -data=<image>" ist alles, was zu tun
ist. Dafür gibt es ein deutsches HOWTO zum CD-Brennen.
Es soll ja auch Leute geben, die ihre CD's in MP3-Files für den Computerarbeitsplatz oder den MP3-Player verwandeln. Denen wird höchst komfortabel mit "Krabber" geholfen....
Als Treibervorraussetzung gilt für Videodarstellung generell: XFree86-Version 4.x sollte es schon sein, wegen den XVideo-Extension, die die CPU-Belastung enorm senken und damit das Video-sehen auf langsameren Maschinen erst ermöglichen. Diese Extensions nutzen die Video-Hardwarebeschleunigung moderner Grafikkarten (Hardware-Skalierung und YUV-RGB-Farbraumkonvertierung).
DVD-Video ist aber nur der vorläufige Höhepunkt der Videotechnik. Genau genommen steht DVD-Video für den MPEG-2 Standard. Es gibt aber natürlich eine Reihe weiterer Formate. Die wichtigsten wären
MPEG-1 und vor allem MPEG-4. MPEG-4 existiert in einer nicht ganz legalen
Form, einem gehackten Microsoft-Codec, dem DivX;->-Codec. Sie werden es
nicht glauben, dank der WINE-Bibliotheken laufen diese Windows-DLL-'s auch
auf Linux-x86-Maschinen höchst effizient zum Beispiel im "mplayer".
Die eigentliche OpenSource-Entwicklung des MPEG-4-Formates ist unter www.opendivx.com
oder www.projectmayo.org zu finden, der DivX-Codec.
Dieser wird bereits in Form einer Shared-Library ausgeliefert und wird
in avifile, drip und dvd::rip/transcode verwendet.
Diese Video-Formate sind oft in Streaming-Formate wie RealVideo oder das Windows-AVI-Format verpackt. Auch diese können unter Linux abgespielt und erzeugt werden.
Also zur Praxis:
drei wichtige und gute OpenSource DVD-Player:
|
OGLE
|
brilliert vor allem durch die Unterstützung von
DVD-Menüs |
| MPLAYER
|
spielt nahezu jedes Format, nicht nur DVD |
|
XINE
|
ist der Klassiker |
DVD-kopieren / in Div/X-Format wandeln (selbstverständlich unter Wahrung der Urheberrechte):
transcode + dvd::rip wie sooft unter Linux/Unix unterteilt in Anwendung und Oberfläche. Während transcode eine exzellente, vielseitige De-/Encoder-Anwendung darstellt, die auf der Kommandozeile bedient wird, ist dvd::rip ein exzellentes perl/GTK-GUI dafür, und zusammen sind sie unschlagbar...
MPlayer enthält eine Encoder-Anwendung Namens "mencoder" (Kommandozeile).
avifile
Alle aufgeführten Programme benötigen in der Regel eine Reihe
von Bibliotheken und Codecs. Meist ist das beim jeweiligen Programm aufgeführt,
und eine gute Sammlung vorkompilierter Pakete findet man unter:
Auch die Verwendung von Fernseh-Empfängern im PC ist möglich,
das entsprechende Software-Paket heißt "Video4Linux" oder V4L. Hierbei
werden die gängigsten Decoder-Chips (bttv-Serie) unterstützt.
Das Stichwort Computerspiel bezieht sich heute aber überwiegend auf
die 3D-Spiele. Eine Vorraussetzung dafür ist eine Grafikkarte mit 3D-Hardwarebeschleunigungsfunktionen.
Für die Unterstützung von 3D-Hardwarebeschleunigung existiert
unter Linux der etablierte OpenGL-Standard von SGI.
Aber auch hier sind wieder ein paar kleinere Hürden zu nehmen. Zunächst
einmal müssen sie möglichst eine XFree86-Version größer
4.x installiert haben. Hierfür sind nämlich die meisten
OpenGL-Treiber erhältlich
. Diese Treiber müssen dann noch aktiviert werden. Bei SuSE geht das
entweder mit SAX2 oder von Hand: Paket "xf86_glx" installieren, "switch2xf86_glx"
aufrufen. Dann gibt es einige Grafikkartenhersteller, die den freien Entwicklern
nicht die notwendige Dokumentation für die OpenSource-Entwicklung von
3D-Treibern zur Verfügung stellen. Der bekannteste Hersteller der so
verfährt, ist NVidia. Dafür entwickelt NVidia dankenswerterweise
selbst Linux-Treiber. Diese unterliegen dem NVidia-Copyright und können
deshalb leider nicht mit den Distributionen mitgeliefert werden.
Also müssen NVidia - Nutzer selbst unter
http://www.nvidia.de
oder *.com tätig werden. Man steuere "Download Drivers" - "Linux"
an. Es kann für alle Grafikkarten mit ein und demselben Treiber gearbeitet
werden. Er besteht aus mehreren OpenGL (GLX-) Bibliotheken und einem Kernel-Modul.
Verwenden sie am besten die generischen Pakete, die sogenannten Source-Pakete,
sie sind auch noch bei Kernel-Updates integrierbar. Selbstverständlich
können sie aber auch ein speziell für ihre Linux-Distribution
angepaßte Packung verwenden, die Installation ist dann noch einfacher.
Wichtig ist vor allem eine korrekte Integration in ihr Linux-System:
kontrollieren sie mit "xdpyinfo", ob GLX-Support unter "Extensions" vorhanden ist, sonst fehlt vermutlich oben genannte Verlinkung, mit "lsmod" sehen sie, ob das Kernel-Modul geladen ist.
Nun gibt es hier lange nicht die Auswahl wie unter Windows, aber ich nenne
mal die bekanntesten:
tuxracer, parsec, quake, FlightGear, SuSE-Version 7.3 ist voll damit!
Und die Entwicklung wird hier sicher weitergehen.
Hmmm, hab ich nicht was vergessen????. Oh verflixt, das Internet, aber
es sei mir verziehen, denn das Internet ist der Ursprung von Linux, und
wenn es irgendwohin gute Verbindung hat, dann zu ihm. Legion ist hier wieder
die Anzahl der Konfigurationsprogramme für den Zugang und für
seine komfortable Bedienung.
Ebenso gibt es eine Unzahl von Clients für alle Internet-Dienste:
www, ftp, nntp, mail (smtp, pop und imap), irc, gnutella und wie sie alle
heißen mögen.
Der Netzwerkzugang zum Internet wird per Analogen Modem (SLIP, PPP), ISDN-Karte(PPP)
und *DSL (PPP over Ethernet- Protokoll) unterstützt. Für das in
Deutschland weit verbreitete T-DSL sind komfortable Konfigurationsprogramme
in der SuSE-Distribution integriert.
Stellvertretend für die vielen Internet-Anwendungen seien hier die wichtigsten Browser genannt:
| Netscape 4.7x |
(mit Messenger, Composer), in die Jahre gekommen
kann er leider nicht mehr alles darstellen, dennoch.... |
| Netscape 6.x oder Mozilla 0.9x |
die Nachfolger vom klassischen Netscape mit einer hervorragenden
Render-Engine (Gecko) |
| Konqueror |
der integrierte Dateimanager des KDE-Projekts beherrscht
auch HTML, Javascript, Netscape-Plugins, .... |
| Nautilus |
das GNOME-Gegenstück (ab Gnome 1.4) zum Konqueror
kann's auch.... |
| Opera |
ist auch unter Linux in einer kostenlosen Version (Reklame...)
erhältlich, vor allem klein und schnell! (nicht Open Source) |
| Galeon |
geht einen ähnlichen Weg wie Opera, es besteht
aus der Rendering-Engine von mozilla und kommt ansonsten eher minimalistisch
daher. |
Wie schaut es damit nun aus?
Die ständigen Änderungen haben noch einen anderen Effekt:
- wird in der neuesten Windows-Variante die vorhandene Hardware nicht mehr
mit Treibern unterstützt, muß man vielleicht bei der alten Version
bleiben oder installiert ein aufwendiges Dual-Boot-System
- eine neue Windows-Version hat auch noch immer die Hardwareanforderungen
hochgeschraubt, so daß auch hier bei identischer Funktionalität
Hardware-Updates erforderlich werden.
Und nun die Sache mit der Aktivierung:
- MS besitzt mit Windows einen Marktanteil von ca. 90%, d. h. durch Menge
lassen sich die Umsätze kaum noch steigern. Also wird dafür gesorgt,
daß eine rechtmäßig erworbene Lizenz nur noch unter Schwierigkeiten
mit neuer Hardware weiterverwendet werden kann.
Ebenso wird die Update-Frequenz gesteigert, die Stückpreise
für die Lizenzen steigen. Der nächste Schritt könnte der bewußte
Einbau von Inkompatibilitäten darstellen, auch dies wurde bereits so
praktiziert: Die Word-Versionen 2, 95 und 97 kamen jeweils mit inkompatiblen
Dateiformaten daher, Begründung: technischer Fortschritt. Für MS
sehr angenehmer Nebeneffekt: Quasi die komplette Geschäftswelt war über
kurz oder lang gezwungen umzusteigen und neu zu kaufen.
Dito natürlich die Formate von Excel, PowerPoint und Access.
Die Funktionalitäten der neuen Programme für den Durchschnittsanwender
wurden jedoch nicht so stark ausgebaut. So fehlt bis heute Spracheingabe,
die seit Jahren gefordert wird.
Dafür ist aber in XP ein Windows Media-Player integriert, der nach
den MS-Lizenzbedingungen jederzeit über das Internet "upgedated" werden
darf, ohne daß sie dies verhindern dürfen / können. Hintergrund:
Digital Rights Management.
Wohl weniger wegen DRM führt der Media-Player ein Protokoll aller Medien,
die er abgespielt hat und schickt dieses hin und wieder an eine MS-Website.
Was das nun dem Nutzer bringen mag?
Linux baut auf jahrzehnte alte Unix- und Internet-Standards auf, als Dateiformate
wird neuerdings schon oft das ebenfalls standardisierte, offengelegte XML
verwendet. Wobei inkompatible Dateiformate bei OpenSource vom Prinzip her
schon gar nicht möglich sind, es bleibt manchmal lediglich ein Konvertierungs-Problem.
Vorhandene Hardware-Treiber werden in der Regel über sehr lange Zeit
weiter gewartet und in die neuesten Kernel integriert. Ebenso funktioniert
auch das neueste Linux-System weitgehendst mit alten Kernel-Versionen (2.0
oder 2.2).
Es ist auch heute möglich, ein komfortables Linux-System mit X11-GUI
auf einem 486er System mit akzeptabler Geschwindigkeit zum Laufen zu bringen
(natürlich mit etwas älteren Programmversionen), was gerade in
den Ländern der 2. und 3. Welt überhaupt erst breitere Computernutzung
ermöglicht. Meist kann man ältere und neue Versionen mischen,
solange die Basisbibliotheken (GNULibC) aktuell sind.
Ebenso können auf neuen Systemen ältere oder optimierte Linux-Betriebssystem-Kernels
verwendet werden.
Die eigentliche Frage, die hinter diesen Entwicklungen steht ist:
Wie lange wollen wir uns von einem Monopolunternehmen noch vorschreiben
lassen, wie wir unsere Computer verwenden, wann wir updaten oder neu kaufen
müssen. Wie viel Zeit wollen wir uns noch durch für uns fast sinnlose
Updates stehlen lassen, durch Umgewöhnung an neue Programmversionen und
Bedienoberflächen, die wir vielleicht gar nicht haben wollen?
Eine Schlußbemerkung halte ich noch für wichtig:
bis jetzt habe ich vor allem über grafische, GUI- Programme gesprochen.
Auch wenn dies manchen antiquiert erscheinen mag, jeder Linux-Nutzer möge
auch die Kommandozeile ausprobieren, sie ist eben nicht vergleichbar mit
dem Windows/DOS-Pendant. Viel reichhaltiger sind die Funktionen, viel effizienter
ist die Nutzung. Auch dafür gibt es gute, deutschsprachige Anleitungen,
und man wird schon nach kurzer Zeit (und wenig Lernaufwand) viele Aufgaben
sehr schnell damit erledigen können.
- Dokumentation / Schulungen
- Software-Installation
- Treiberunterstützung
- was ist nicht in den Distributionen
(kommerzielles)
- Themenschwerpunkte (Audio/Video, Spiele, Office)
- OpenSource für Windows??